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„Christentumkritik“ zu Weihnachten?


„Christentumkritik“ zu Weihnachten?

Ich bin auf der Suche nach den „Christentumkritikern“ dieses Landes. Die müssten dieses Jahr doch Hochkonjunktur haben. Man müsste sie in jede Fernsehshow einladen und sie mit Preisen überhäufen. Es hat sich endlich rausgestellt, das Christentum ist wie der Islam eines: Böse!
Wir haben eines gelernt: Unsere Kinder schicken wir nicht in Koranschulen, die in irgendwelchen Hinterhöfen von irgendwelchen Predigern unterrichtet werden. Aber nun mal Hand aufs Herz, würden Sie Ihre Kinder in eine Kirche unter die Obhut von irgendwelchen Priestern schicken? Jeden Tag hören wir doch aufs Neue von Missbrauchsfällen in Kirchen. Und was wird getan? Nichts. Soll man nun Überwachungen von Kirchen und Priesterausbildung im arabischen Raum fordern? Es geht nämlich um unsere Kinder. Wir müssen sie doch schützen.
Aber wissen Sie, wer noch Anlass zur Sorge gibt? Sie werden es nicht glauben, der erfolgreichste „Islamkritiker“ unseres Landes: Thilo Sarrazin. Wir erinnern uns: „ Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue Kopftuchmädchen produziert.“ Nun hat der Thilo mit seiner Ursula einen Hartz-IV Sohn produziert. Wir lassen dabei mal die Gerüchte beiseite, in denen behauptet wird, dass die Ursula mal was mit einem arabischen Gemüsehändler hatte, so dass der Sohn von ihr nicht ganz einwandfreie Gene hat. Das wäre nämlich eine passable Erklärung wieso der Richard Sarrazin arbeitslos ist, oder? Es könnte vielleicht aber auch an der christlichen Erziehung liegen. Richard Sarrazin erzählte der Zeitschrift die Bunte, dass der größte Vorteil am Leben als Hartz-IV Empfänger die freie Zeiteinteilung wäre. Die Bibel spricht doch an unzähligen Stellen über die Ruhe und den Müßiggang im Kontext von Wohlfühlen. Und der Wein kommt ganze 200 Mal in der Bibel vor. Erklärt der etwa, wieso betrunkene Jugendliche in der U-Bahn Wehrlose zusammen schlagen? Also wenn es nach mir ginge, sollte man dieses „Teufelswerk“ verbieten, oder nicht?
Kommen wir aber nun zum negativen Höhepunkt in diesem Jahr. Die Geschehnisse in Oslo. Erinnern Sie sich noch an die ersten Schlagzeilen am Tag des Massakers? „Islamischer Fundamentalismus“, „militante Islamisten“, „islamischer Terror“. Nun wissen wir, dass der Herr Breivik kein Moslem war. Er sah sich zweifelsohne als Christ. Wieso hört man das aber so selten? Er wird immer nur als rechtsradikaler Psychopath bezeichnet. Christlicher Fundamentalist? Wohl eher unpassend. Fundamentalisten sind nur Moslems. Anders Breivik hat im Namen seiner Religion gemordet. Er sah sich als moderner Kreuzritter, der gegen die schleichende Islamisierung Europas etwas unternehmen wollte. Sollen wir nun die Bibel und Jesus die Schuld daran geben? Soll man nun die verstärkte Kontrolle von gläubigen Christen fordern? Es könnte sich ja um Terroristen handeln..
Der Begriff des „Christentumkritikers“ ist unpassend und falsch. Jemand, der von vornherein eine ganze Religion bzw. Bevölkerungsgruppe ausgrenzen möchte, ist nicht demokratisch und denkt auch nicht so. Wäre ich christlichen Glaubens, würden mich die Behauptungen des Autors tief treffen und verletzen.  Aber vor allem im Hinblick auf den Islam und den Muslimen werden Äußerungen oftmals unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit gestellt, die in Bezug auf andere Gruppen ganz klar als Rassismus entlarvt werden würde. Es gelten für Muslime andere Maßstäbe. Religion als erklärende Variable von Problemen des gesellschaftlichen Miteinanders zu verwenden, ist für sich genommen schon das Problem.

Besonderer Gruß an die personifizierte Nächstenliebe..An den Sohne Marias (as)..Weder warst du ein Terrorist oder ein Fundamentalist, noch sind es deine Liebenden..
Gesegnete Weihnachten

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Kommentare

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  1. A. says: 25. Dezember 2011

    Es ist sehr interessant, was du schreibst- auch besitzt du eine gute Art und Weise deinen Zynismus und Sarkasmus auszudrücken. Mir gefällt dein Stil. Ich versuche gerade zu verstehen, ob es richtig ist, all das, was man erfährt, den Menschen darzustellen, in dem man dasselbe ihnen gegenüber äußert. Verstehe mich bitte nicht falsch. Ich weiß worauf du hinaus willst. Und ich kann das wirklich versuchen zu verstehen. Den Sohn eines Mannes als Maßstab für seine Fehler zu nehmen, empfinde ich nur ungerecht. Er ist ja nicht derjenige, der etwas geäußert hat. Er ist lediglich der Sohn eines Mannes, der um jeden Preis versucht, in den Medien zu erscheinen. Auf der einen Seite erntet er Hass und auf der anderen Seite erntet er Verständnis. Es kommt hierbei an, zu was man mehr Sympathie empfindet.

    Weißt du, was ich mich zu Weihnachten immer frage? Viele Menschen gehen einkaufen. Sie geben unendlich viel Geld aus. Der Sinn von Weihnachten und all der Ursprung des Glaubens, der zu Weihnachten geführt hat, der gerät immer mehr und mehr in Vergessenheit.
    Weihnachten ist sehr kommerziell geworden. Selbst die Weihnachtsmärkte haben eine sehr kalte Atmosphäre auf mich. Ist es nicht traurig, dass ein solcher Tag, so endet? Es ist ein Feiertag, dessen Sinn und Zweck verschwunden ist.

    Ich bitte dich, denke doch nur an den Ramadan-Fest- an das Fastenbrechen- selbst in den ärmsten Familien ist am Ende des Tages soviel Freude da. Es geht nicht einmal am Ende des Fastens darum, wer das größte, das tollste Geschenk erhält. Vielmehr habe ich das Gefühl, dass es bei uns um Dinge geht, die man nicht kaufen kann: Liebe, Glück, Zufriedenheit, aber vor allem Dankbarkeit.

    Menschen, die stets andere schlecht machen, die andere benutzen sich berühmt darzustellen, werden eines Tages sehen, dass sie dadurch nicht glücklich werden. Sie werden einsam enden. Sie werden niemanden um sich herum haben. Ich habe noch die Hoffnung,dass wir irgendwann egal zu welchen Festtagen, alle miteinander in einer sehr toleranten Umgebung leben werden. Ich hoffe, ich bin in der Hinsicht nicht allzu idealistisch.

    Menschen, wie Sarrazin wird es immer geben. Wichtig ist, dass wir uns durch ihre Taten nicht in das selbe verleiten sollten. Deine Position hinsichtlich des Geschehnisses im Juli- kann ich sehr gut nachempfinden. Ich glaube, dass kaum irgendein Mensch sich mit dem Islam auskennt, der darüber spricht. Sie sehen die negativen Sachen und argumentieren mit diesen- ohne sich zu fragen, gehört es zum Islam oder zu dem Menschen. Ich habe bemerkt, dass die Gesellschaft Glauben und Kultur sehr durchmischt und eine Trennung hierbei nicht unternimmt. Und dadurch entstehen viele Missverständnisse.

    Naja, ich wollte auch nicht lange darüber schreiben- nur erwähnen, dass du einen guten Stil hast, dich auszudrücken :-) .

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