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Integrationsverweigerung- Mein Vorsatz für 2012

Integrationsverweigerung- Mein Vorsatz  für 2012

Ja, das ist doch mal was schönes und sehr realistisches. Denn andere Vorsätze konnte ich, da will ich euch nichts vorenthalten, leider nicht erfolgreich umsetzen. Seit  Jahren nehme ich mir zum Jahresende vor, nicht mehr an meinen Fingernägeln zu kauen. Ich könnte jetzt ein Foto anhängen, um euch das Resultat zu zeigen. Ich könnte, muss aber nicht! Ihr versteht sicherlich schon.

Dieses Jahr ist alles anders. Meine Fingernägel akzeptiere ich so,  wie sie sind. Ich will sie nicht verändern, sie wollen mich ja auch nicht verändern. Sie gehören zu mir und ich zu Ihnen. Ich muss das Kauen nicht beenden. Ich kaue gerne. Aus Leidenschaft. Aus Langweile. Aus Wut. Und auch dann, wenn mir mal die Worte beim Schreiben fehlen. Dann kaue ich die Worte aus den Kuppen meiner Finger heraus. So wie einst die großen Dichter und Schreiber, Goethe und Kästner. Nicht mehr kauen, dieser Vorsatz ist nun tot. Es lebe der neue Vorsatz.

2012 verweigere ich die Integration und ich zieh es diesmal durch.  Ja, ich bin einer mehr in der Statistik von Integrationsverweigerern:

„Freuet euch ihr Schützer des deutschen Boden.
noch ein Kanacke verweigert Lob und Oden..
schmeißt mich raus, es sei euch gegönnt..
versuchet und versuchet, wenn ihr es könnt.“

Ihr seht, aus den Fingernägeln gekaute Kunst. Damit niemand das Fingernägelkauen und ihre Verbindung zur Welt der Kunst  recherchiert: Kein Dichter hat gekaut. Also es ist mir zumindest nicht bekannt, dass Goethe und Kästner notorische Kauer waren. Aber ihr habt es sicher geglaubt, da es ja im ersten Absatz  stand. Ein kleiner Test: Fragt euch mal, wie viel ihr wirklich glaubt oder als Wahrheiten annehmt, in euren Diskussionen verwendet, ohne vorher zu prüfen, ob es  wirklich stimmt?

2012 verweigere ich die Integration, weil es ein 2011 gab. Weil 2011 so traurig, schwarz und rot war. Nicht das Schwarz, mit dem Dichter auf weißem Papier schrieben. Und nicht das Rot der Liebenden…
Ich meine das Schwarz der Dunkelheit und das Rot des Blutes, welches als Indikator verwendet, zumindest etwas Positives hat. Dieses Rot hebt Lügner, Rassisten und Menschenfeinde hervor. Das Rot auf dem Boden einer Insel in Oslo, ist das gleiche Rot wie auf den schamerfüllten Gesichtern einiger Lügner und Manipulierer in Europa und konkret in Deutschland.

Ich verweigere die Integration, weil ich nicht mehr mitspielen will. Das Spiel ist nicht mehr ärgerlich, wie bei Mensch ärger dich nicht. Das Spiel ist blutig, so blutig wie in Afghanistan. Warum sind wir in Afghanistan? Kein Plan..3000 Menschen sind tot, und um uns zu rächen, bringen wir mit „Freunden“ knapp ne Million um. Darf man das sagen, bin ich noch integriert, wenn ich das sage? Stop- ich will mich ja ex-integrieren. Und da ich kein Schumi bin, gibt es auch kein Comeback!

Ich bin ein Teil dieses Landes. Ich gehöre dazu, ich bin schon drin. Wie gesagt, ein Teil. Ein Teil vom Ganzen, gehört zum Ganzen. Versteht es doch endlich. Ich will mit euch nicht streiten. Es ist mir egal, was ihr sagt. Ihr habt euch einen Maßstab erwählt und ich akzeptiere ihn. Das Grundgesetz ist das, womit ich euch entgegnen will. Euch, das sind nicht alle, sondern die, die ein Teil des Ganzen, aus dem Ganzen isolieren wollen. Wenn sie es geschafft haben ihre Herzen (ein Teil) von ihren Körpern (das Ganze) zu trennen, so heißt es nicht, dass dies auf alle Lebensbereiche übertragbar ist. Geschweige denn auf eine komplette Gesellschaft. Wir sind das neue Herz, wir, das sind Melanie und Fatima, das sind Hassan und Jan, wir sind das neue Herz dieses Landes, mit dem wir den alten Körper wiederbeleben wollen. Hand in Hand, partizipiert und auf Augenhöhe. Ich schreibe, weil ich diese Augenhöhe will. Und um das zu erreichen, stelle ich mich auf das Grundgesetz, meine Stütze..

 

Wer noch keinen Vorsatz für 2012 hat, der darf mit mir verweigern.

Einen guten Rutsch.
Salam und viele Grüße

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Kommentare

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  1. Nikolai Hebben says: 30. Dezember 2011

    Ich habe beim Lesen des Textes einige Bauchschmerzen bekommen. Nie habe ich Integration in eine Gesellschaft als Aufgabe der eigenen Kultur, des eigenen Willens oder der eigenen Optik gesehen. Denn das bedeutet Freiheit, “Zu denken, zu sagen, zu tun und zu sein, was immer man will, solange man niemandem anders damit schadet.” Integration ist und war in meinen Augen immer nur die Achtung und Übernahme der Gesetze und Rechte des Ortes, den man als seine neue Heimat erwählt hat. Ich freue mich über den Muezzin nicht mehr und nicht weniger als über die Kirchenglocken. Ich sehe ein Kopftuch nicht kritischer, trüge es eine junge Muslimin als Teil ihres Glaubens oder eine alte Christin zum Schutze ihrer Haare vor dem Regen, solange es beide in freier Entscheidung tun. Es stört mich nicht, wenn zwei Menschen in Deutschland arabisch oder russisch oder irgendeine andere Sprache miteinander sprechen, solange sie die Höflichkeit besitzen, in einer Sprache zu sprechen, die ich verstehe, wenn ich an ihrem Gespräch teilnehme. Auch muss ich nicht den Namen eines Geschäftes an oberster Stelle lesen können, wenn in kleinerer Schrift darunter eine Bezeichnung steht, die ich lesen kann. Es ist mir einerlei, wenn in meiner Nachbarschaft Kinder in christlichem, jüdischem, muslimischen oder sonst einem Glauben erzogen werden, solange dies in Liebe und ohne Gewalt geschieht. Und es soll so sein, dass eine Frau fünf Schritte hinter ihrem Mann geht, sich als Mutter zuhause um Hof und Herd kümmert oder sich in der Öffentlichkeit besonders keuscher Kleidung unterwirft, wenn es alles aus freiem Willen geschieht. Und es ist mir einerlei, was wer unter Ehre versteht, solange sein Ehrgefühl nicht Trauer und Schmerz für andere bedeutet.
    Ich muss nicht Sauerkraut, Lapskaus oder Saumagen essen, denn ich mag Speisen aus aller Welt.
    Ich muss Frauen nicht in Jeans oder Röckchen sehen, denn unter allen Gewändern sind sie immernoch was sie sind.
    Ich muss mir keine Gedanken machen ob man Jahve, Allah oder Gott sagt, eh sind es drei Namen für den selben Gott.

    Was ich mir wünsche, in dem Land in dem ich geboren bin, dass ich oft verlassen habe und in das ich immer wieder zurückgekehrt bin ist, dass alle, die meine Nachbarn sind frei von Gewalt an Körper und Seele, an Moral und Glaube sind, wie die Freiheit es verlangt. Dass sie das Grundgesetz beachten, das mehr als jede Kultur oder Religion unser Miteinander ausmacht. Und dass ich nicht ausgegrenzt werde, weil ich nur zwei Sprachen lesen und sprechen kann.

    Ich habe keine Angst vor dem was mir fremd ist. Auch habe ich keine Angst davor, dass sich etwas ändert. Ich habe nichteinmal Angst davor, dass mir jemand das nehmen will, was ich mir wünsche, in dem Land in dem ich geboren bin. Denn ich bin bereit, in dem Moment wo ich es in Gefahr sehe aufzustehen und egal gegen wen dafür bis aufs Blut, das in allen unseren Adern in der selben Farbe fliesst zu kämpfen.

  2. Maha says: 30. Dezember 2011

    Liebe zu diesem Text egal wer ihn geschrieben hat hoch Achtungsvollllllll gefällt mir Unendlichhhh <3 :::::DDDDD

  3. Maha says: 30. Dezember 2011

    w 3alaykoum Salam :)

  4. Mohamed Al-Hakim says: 30. Dezember 2011

    Sehr schön formuliert. Danke an dem Autor!! Deine Ausdrucksweise sind perfekt!

  5. N.E. says: 2. Januar 2012

    Ich liebe diese herrliche Brise Sarkasmus und die zynische Melodie dieses Artikels. Toll!!

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