DIALOG.FÖRDERUNG.PARTIZIPATION.

Die Moscheen brennen, Fest!

Jasmin Mazraani

Da sprach noch vor über einem Monat ein stellvertretender Chefredakteur ‚der‘ Zeitung über den Pogrom, den Antisemiten ausdrücken, woraufhin ich in einem Artikel über die wachsende Pogromstimmung mit korrelierender Islamhetze schrieb, die dann wohl zum ‚Nicolausfest‘ hin besonders aufkommt.

Aber sie kam früher auf, und zwar paar Tage nach dem Kommentar des stellvertretenden Chefredakteurs, als mehrere Male Moscheen Ziel von Brandanschlägen waren. In meinem vorherigen Artikel schrieb ich zudem, ob es denn überhaupt jemanden interessiert, dass die Mehrheit der Muslime friedlich und ganz moderat hier lebt. Scheinbar interessiert es kaum jemanden, wenn Muslime unter feindlichen und gefährlichen Umständen leben. Denn wie viel hörte man von diesen Brandanschlägen in den bekanntesten Zeitungen?

Bereits zu vier Anschlägen, drei davon Brandanschläge, ist es innerhalb von 1,5 Monaten gekommen. Es braucht nicht viel, um zu erkennen, dass solch feindselige Akte auch immer mit viel Vorarbeit zusammenhängen. Wenn man ständig mit den Negativschlagzeilen indoktriniert wird, so glaubt man irgendwann daran, dass es dem Glauben der Menschen wesentlich ist, und sie darum so handeln, aber das muss aufgehalten werden.

In gewisser Weise ist es doch etwas schmeichelhaft, dass von den Muslimen eine so starke Treue zu ihren angeblichen Prinzipien ihrer Religion angenommen wird. Jegliches Handeln, jeder Gedanke, jeder Blick, jedes Wort wird auf ihren Glauben zurückgeführt, aber nur wenn es sich um radikale Taten handelt, versteht sich. Nicht aber wenn sie friedlich, moderat, vorbildlich hier leben.

Denn jemand, der für das Übel verantwortlich ist, kann prinzipiell nicht friedlich und gut sein. Und diese Einstellung geht partout nicht aus dem Denken der Leute raus, auch wenn ihnen gegenteiliges gesagt wird. Aber so ist das mit Vorurteilen. Denn Vorurteile zeihen jeden widersprechenden Informationen der Lüge, auch die Informationen der Wahrheit. Der Propagandameister Edward Bernays sagte: Die Propaganda ist „das stetige, konsequente Bemühen, Ereignisse zu formen oder zu schaffen mit dem Zweck, die Haltung der Öffentlichkeit zu einem Unternehmen, einer Idee oder einer Gruppe zu beeinflussen.“ (Bernays, Edward (2007): Propaganda, S. 31)

Und das hat sich auch Josef Göbbels, Hitlers Propagandaminister, durchgelesen. Er hat den Propagandaleitfaden des jüdischen Bernays‘ studiert, und den traurigen Effekt erzielt.

Wenn gegen eine Gruppe gehetzt wird, dann hat das unweigerlich Auswirkungen. Sich auf die vermeintliche Meinungsfreiheit zu stützen, greift hier nicht mehr. Denn Freiheit bedeutet Verantwortung, sie bedeutet, sich selbst als Mensch zu verwirklichen, und nicht anderen Menschen ihre Wirklichkeit (des Seins) zu nehmen. Aber die Freiheit beinhaltet auch eine List. Alles, was man aus seiner Freiheit heraus macht, deutet immer auf die eigene Gesinnung hin. Wenn Menschen Moscheen, Korane und Gebetsteppiche im 21. Jahrhundert anzünden müssen, um ihren Unmut zu zeigen, dann zeigen sie vielmehr, dass sie von der Aufklärung, von den Weltkriegen, von dem Grundgesetz und Menschenrechten keine Ahnung haben. Was macht sie also als Menschen besser als die ‚bösen‘ Muslime? Aber diesen Trugschluss haben Menschen noch nie durchschauen können. Sie erniedrigen andere mit Niedrigkeiten, und zeigen damit auf ihre eigene Niedrigkeit.

Willkommen im 21. Jahrhundert!

AKTUELLES

UNGEFILTERTE GEDANKEN I

Es ist schon nach Mitternacht. Das Licht ist gedämmt. Der Regen klopft unregelmäßig an das Fenster. Ohne Takt, ohne jegliches Gefühl. Er prasselt einfach nieder.

Es ist nichts Neues, in der Tat

Es ist nichts Neues, in der Tat: In Nachrichten wird viel gelogen Attentat um Attentat Wird stets nach neuem Maß gewogen Planen Nichtmuslime böse Taten

Newsletter abonnieren!

Bleibe auf dem laufenden mit unserem Newsletter

Dialog.                                 Förderung. Partizipation.