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M.A.H.D.I.-e.V. bei der Berliner Bürgerplattform – „Das Menschsein bringt uns zusammen“

„Vielfalt ist unser Erfolg für Berlin“ – Unter diesem Motto trafen sich die drei Berliner Bürgerplattformen am 08.06.2015 mit dem regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller in der Quartiershalle Campus Rütli.

In den drei Berliner Bürgerplattformen Südost, Neukölln, Wedding/Moabit sind gegenwärtig 80 zivilgesellschaftliche Gruppen aktiv, die durch direkte Beziehungen etwa 100.000 Menschen erreichen. Rund 650 von ihnen – und der M.A.H.D.I.-e.V. darunter – schlossen sich an diesem Montagabend zusammen, stellten ihre Arbeit vor und zeigten, dass Bürgerbeteiligung „von unten“ stark, vielfältig und erfolgreich ist; und der Bürgermeister hörte zu. Ziel der Veranstaltung war eine Partnerschaft für die Stadt: Die Veranstaltung gilt als Auftakt zu regelmäßigen Gesprächen und zwar auf Augenhöhe.

Nach einer Begrüßung der Vertreter der Berliner Bürgerplattformen Andrea Meyerhoff und Franz Kloth und der Vorsitzenden der Muslimischen Gemeinde Iman Reimann, folgte die Vorstellung der drei Berliner Bürgerplattformen. Dabei sprachen sie über persönliche und lokale Geschichten.

Lutz Bormann und Franz Kloth vertraten die Bürgerplattform Südost SO!MIT UNS. Den Appell „Ich habe schon die meisten Ihrer Vorgänger bekocht, da können Sie auch etwas für uns tun“, widmete der Chefkoch Lutz Bormann dem Bürgermeister.

Die Bürgerplattform Wedding/Moabit WIR SIND DA setzte sich u.a. für eine bessere Schulbildung für alle Kinder ein und wollte die Probleme mit den Behörden angehen, denn: „Wir können ganz Berlin in Bewegung setzen!“, so die Vertreterin Aisha Temiz.

Schließlich plädierte die dritte Bürgerplattform Neukölln WIN für zukunftsorientierte und strategische Arbeit in Bezug auf die aktuellen Mietverhältnisse und nimmt neue Projekte, wie den Neubau des islamischen Friedhofs in Neukölln, in Angriff.

Mit den Stichworten „Miteinander“, „Berlin untersützt“, „Nicht aufgeben“, „Augenhöhe“ und „Verantwortung“ setzten die jungen Bürgerplattformen ein Zeichen, in dem sie sich gegen Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus einsetzen.

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Auch der M.A.H.D.I.-e.V. rief mit seinem aufschlussreichen Sketch zur Teilnahme am politischen und sozialen Geschehen auf; Elham M. und Hassan El-Bandar spielten zwei Freunde, die verschiedene Prioritäten im Leben setzen. Hassan engagierte sich nicht in seiner Freizeit und schaute lieber die Folgen seiner Lieblingsserie: „Den [Politikern] bist du doch egal!“. Anders Elham, die sich bei der Organisation der Veranstaltung der Bürgerplattform beteiligt. Nach einem Zeitsprung treffen sie sich zufälligerweise in der U-Bahn wieder und tauschen sich über ihre persönlichen Zukunftsaussichten aus, die jeweils durch eine eigene Zeitung symbolisiert wurde. Die Zeitung des unengagierten Hassan zeigt eine düstere Zukunft mit u.a. unermesslichen Mietpreiserhöhungen, der niedrigen Wahlbeteiligung bei den Bundestagswahlen mit nur 40 Prozent oder dem fünften Anschlag auf ein Flüchtlingsheim in einer Woche. Im Gegensatz dazu ist die Zukunft von der sehr engagierten Elham viel erfolgsversprechender und verheißungsvoller: die letzte Schule in Berlin wurde erfolgreich saniert, die neue Bürgermeisterin Emine Yilmaz wurde in Neukölln gewählt, Berlin hat keine Schulden mehr und der Berliner Flughafen ist fertig. „Man kann etwas ändern, man muss es nur wollen“, so Elham.

11348810_10205821222503372_1252168259_nSchließlich hat Herr Ali Chahrour, der Vater des Vorstandsvorsitzenden vom M.A.H.D.I.-e.V. Mehdi Chahrour, eine packende Rede gehalten. Ali Chahrour ist vom Al-Irshad e.V. und Vertreter der Bürgerplattform Neukölln. Er ist in vielen sozialen Projekten aktiv (u.a. Verbesserung der Infrastruktur in Köpenick, Bildungsprojekte in Wedding, Bemühung um einen islamischen Friedhof in Neukölln). In seiner Rede plädierte er für das Miteinander in der Stadt – dabei sind optische, religiöse und andere Unterschiede unwichtig, denn „das Menschsein bringt uns zusammen“, bekräftigte Ali Chahrour. Anschließend sprach Herr Chahrour den Bürgermeister Michael Müller direkt an: „Wir strecken die Hand in Ihre Richtung und durch Ihre Anwesenheit zeigen Sie, dass Sie sie annehmen.“

Daraufhin kam der Bürgermeister zu Wort. Er könne zwar nichts Konkretes versprechen, doch will er sich einsetzen, dass sie in den bewährten Runden weiterarbeiten und Zugang zu den richtigen Geschäftspartnern bekommen.

Ein gemeinsames Foto aller Bürgerplattformen mit dem Bürgermeister schloss die Veranstaltung am Montagabend erfolgreich ab.

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