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Wenn eine Journalistin objektive Berichterstattung mit Füßen tritt…

Während Menschen aus den Krisen und Kriegsregionen dieser Welt, in der Hoffnung nach einem friedlichen Leben gen Europa flüchten, werden sie nicht überall mit offenen Armen empfangen. „Besorgte Bürger“ oder offensichtlich fremdenfeindliche Menschen stehen den Flüchtlingen latent rassistisch bis eindeutig ablehnend gegenüber. Dieses Phänomen macht selbst vor einer Journalistin nicht halt.

Die katastrophalen Umstände, unter denen Flüchtlinge aus aller Welt in Ungarn und Serbien leiden, sind längst kein Geheimnis mehr. Viele Journalisten transportieren diese Bilder, um die menschliche Tragödie vor Ort in unsere Wohnzimmer zu bringen. Menschen werden eingepfercht wie Tiere, es fehlt an Nahrung, sanitäre Einrichtungen sind eine Seltenheit. Kurz: Es fehlt an der Gewährleistung der grundlegendsten menschlichen Bedürfnisse. So werden Menschen behandelt, die so hilfsbedürftig sind, dass sie teilweise mehrere tausend Kilometer hinter sich gelassen haben, um ein Leben in Frieden zu leben.

Als sogenannte Sicherheitskräfte an der ungarisch serbischen Grenze wieder einmal mit brutaler Härte gegen Flüchtlinge vorgingen, geschah etwas noch schrecklicheres. Eine sogenannte Journalistin dokumentierte nicht etwa die Drangsalierung der Flüchtlinge seitens der Grenzschützer, sondern beteilige sich daran. Sie stellte einem Vater mit einem kleinen Kind im Arm, der vor der Polizeigewalt floh, ein Bein, ohne mit der Wimper zu zucken. Filmmaterial belegt, dass es sich dabei um keinen Einzelfall der betreffenden Person handelt. Die Journalistin ist namentlich bekannt. Sie heißt Petra Laszlo und hat für den Jobbik-nahen Internetsender N1TV gearbeitet.

Wie sollten sich andere Journalisten in dieser Situation nunmehr verhalten? Sollten sie sich, sei es in der Grenzregion oder anderswo auf der Welt, von dieser abscheulichen Tat distanzieren, weil es sich um eine Angehörige ihrer Zunft handelt. Die Antwort kann nur lauten: Mitnichten! Genauso wenig, wie sich Muslime von sogenannten Muslimen distanzieren müssen, wenn diese im missbrauchten Namen ihrer Religion, Terroranschläge verüben. Schließlich handelt es sich dabei um eine Einzelperson, die für ihr Handeln verantwortlich ist. Die Pflicht der Journalisten besteht vielmehr darin, weiter wie bisher, auf die Missstände im Umgang mit Flüchtlingen hinzuweisen. Weiter wie bisher, das Gesicht eines jeden, der die Würde anderer Menschen mit Füßen tritt zu enttarnen. So, wie es der unbekannte Videojournalist getan hat, dessen Gesicht uns zwar nicht bekannt ist, der jedoch den Mut besaß, die Aufnahme der Übergriffe der sogenannten Journalistin zu veröffentlichen.