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Hand aufs Herz

Täglich spielt’s sich ab im Land:
Muslim grüßte nicht mit Hand,
Drum die Frau ihm gegenüber
Es als Missetat verstand,
Extra ihr dann gegenüber,

Oh welch dubioser Fakt,
Der Zwang zum Körperkontakt,
Bringt wohl keinen aus der Fassung,
Wie so manch dezenter Akt
Einer schlichten Unterlassung,

Aber Fräulein, Hand auf’s Herz,
Wenn es sein muss, sieh’s als Scherz,
Jedoch find ich’s fast schon rührend,
Wie’s dich offenbar so schmerzt,
Dass wir zwei uns nicht berühren,

Denn mein religiöser Weg,
Bindet sich an’s Privileg,
Das einzig meiner Frau gebührt,
Und ihr Mann drum keineswegs,
Außer ihr ’ne Frau berührt,

Und nicht dass Frauen wir verachten,
Ob die, die’s sagen, darauf achten,
Wie un’sre Frauen nun mal auch
Den einen Händedruck nicht machen?
Und das ist weit mehr als ein Brauch,

Denn verpflichtend wurd’s gemacht,
Hätte jeder dran gedacht,
Dann wäre, glaub mir, garantiert,
Das in der Silvesternacht,
Womöglich nirgendwo passiert,

Sie kommt schon jeden Tag vorbei
Die deutsche Sittenpolizei,
Und akzeptiert es einfach nicht,
Dass jedem überlassen sei,
Wen er berühren will und nicht,

Bin nicht zum Händedruck bereit,
Und wenn’s dich stört, dann tut’s mir Leid,
Aber tolerantes Denken,
Verlangt es nicht ab, deutschlandweit
Religionen einzuschränken,

Der Schutz der eig’nen Bräuche
Zerfrisst wie eine Seuche
Alle anderen und auch
Vom Inner’n aus die deutschen (Bräuche),
Denn er wurde selbst zum Brauch.