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Analyse der Rede des Propheten Muhammad zum Monat Ramadan, Teil 3

Oh ihr Menschen! Wahrlich, eure Seelen sind gepfändet (belastet) mit euren Handlungen, so befreit sie durch eure Bitten um Vergebung. Eure Rücken sind beschwert durch eure Lasten, so entlastet sie durch eure lange Niederwerfung [sudschud]. Wisset, dass Allah, erhaben ist seine Erwähnung (Gedenken), bei Seiner Allmacht geschworen hat, die Bittenden und sich Niederwerfenden nicht zu strafen und nicht mit dem Feuer zu ängstigen an dem Tag, an dem die Menschen vor dem Herrn der Welten stehen werden.

Gepfändete Seele –> Vergebungsbitte/Niederwerfung –> Schwur –> Sicherheit am Tag der Auferstehung

Dass alle Menschen angesprochen werden, zeigt auch die allgemeine Gültigkeit der folgenden Worte. Die Seele wird als Pfand (marhuna) bezeichnet, das man mit den (schlechten) Handlungen genommen hat. Man hat also die Seele einer Tat und ihrer Folgen übergeben. Um diese Folgen besonders für das Jenseits unwirksam zu machen, soll die Seele, also das Gepfändete, durch Vergebungsbitte (Istighfar) bereinigt werden, sowie andere Lasten auf dem Rücken durch die Niederwerfung.

Im nächsten Satz werden die Niederwerfenden wieder erwähnt. In gewisser Weise werden auch die um Vergebung Bittenden erwähnt, da ja zuvor erklärt wurde, dass die beste Zeit für Dua bei der Verrichtung des Ritualgebets (Sala) ist. So folgt ein schwerwiegender Schwur, der Sicherheit vor der Strafe und vor der Angst vor dem Feuer für die Betenden (Mussalin) und die Sich-Niederwerfenden (Sajidin) bedeutet. Diese haben zuvor im Diesseits um Vergebung gebeten und sich niedergeworfen, und sich damit von der Schuld durch die Handlungen freigemacht. Dieser Schwur gilt, wenn der Tag der Auferstehung eintritt.

In jedem Absatz wurde das Bitten bzw. die Vergebungsbitte erwähnt, was zeigt, dass es zum Verständnis des Monat Ramadans gehört und zum Selbstverständnis der besonderen Leute, die zuvor am Anfang erwähnt wurden. Versteht man den Monat als ein Abbild der prophetischen Mission, wie zuvor gesagt, so ist dem Quran nach eine der Aufgaben des Propheten Muhammad (sas) gewesen, die Ketten der Menschen zu lösen, die auf ihnen lasteten. Auch in seiner Rede erwähnt der Prophet die Befreiung von Lasten durch den Gottesdienst.

 

 

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