Philosophie

Der M.A.H.D.I.-e.V. (Muslime Aller Herkünfte Deutscher Identität) ist eine im Jahr 2005 gegründete und in Berlin ansässige, ehrenamtlich und gemeinnützig agierende Jugendselbstorganisation. Mit unserer Arbeit möchten wir am gesamtgesellschaftlichen Umwandlungs- und Gestaltungsprozess partizipieren, uns für Chancengleichheit und für die Anerkennung hybrider Identitäten einsetzen. Dies geht mit unserer Ablehnung von Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung, Diskriminierung und insbesondere antimuslimischem Rassismus einher.

Als treibende Kraft innerhalb der Integrationsdebatte streben wir als Verein danach, das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen und Religionen unter dem Dach einer heterogenen, vielfältigen und dennoch gemeinsamen deutschen Identität zu etablieren. Unsere Mitglieder sind bezüglich ihrer oder der Herkunftsländer ihrer Eltern heterogen. Gleiches gilt für ihre religiöse bzw. konfessionelle Zugehörigkeit. Unser Verein ist politisch und finanziell unabhängig.

Im Jahre 2011 wurde Patrick Bahners zum Ehrenmitglied des M.A.H.D.I.-e.V ernannt.

Ziele und Visionen

Unsere Vision ist es, in einigen Jahren abdingbar zu sein, wenn sodann die Selbstverständlichkeit einer heterogenen Gesellschaft unter dem Dach der deutschen Identität garantiert wäre. Inspiriert vom islamischen Menschenbild: „Der Mensch ist entweder dein Bruder im Glauben oder dir ebenbürtig in der Schöpfung“ fordern wir die politische, rechtliche und tatsächliche Gleichberechtigung aller Bundesbürger. In einer vielfältigen Gesellschaft müsste jener Gedanke der Gleichberechtigung angenommen und gewährleistet werden, sodass eine Partizipation ohne Einschränkungen ermöglicht wird. Theorien von Leitkulturen sollten verblassen und die Idee angenommen werden, dass das Gemeinwohl nur mit der Akzeptanz von individuellen Weltanschauungen in Einklang mit dem geltenden Recht erreicht werden kann. Speziell den Angehörigen des ungewollt als Erklärung für gesellschaftliche Missstände herhaltenden Islam, die nachweislich sogar strafrechtswidrigen Anfeindungen ausgesetzt sind, muss besonderer Schutz gewährt werden.

Projekte

Die Arbeit des M.A.H.D.I.-e.V. ist in mehrere Arbeitsgruppen organisiert. Die diversen Arbeitsgruppen entwickeln, planen und führen Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten durch.

Zu diesen Projekten gehören:

Vorbilder Schaffen

Bei „Vorbilder Schaffen“ honorieren wir jährlich die schulischen und akademischen Erfolge von Migranten und Personen mit Migrationshintergrund. Auf einer großen Bühne werden Abiturienten und Akademiker für ihre Leistungen ausgezeichnet und fungieren so als Vorbilder für die heranwachsenden Generationen. Die Relevanz der Bildung wird ihnen somit nahegelegt und als erreichbares Ziel vermittelt. Des Weiteren ehrten wir in diesem Rahmen Personen aus der Mitte der Gesellschaft, welche aufgrund ihres außergewöhnlichen Engagements ihren Beitrag zur Förderung des Zusammenlebens geleistet haben. Jährlich nehmen auch Politikerinnen und Politiker an der Veranstaltung teil und bereichern die Veranstaltung mit einer politischen Rede. Zu unseren bisherigen Gästen zählen wir namhafte PolitikerInnen wie Renate Künast, Raed Saleh und Volker Ratzmann. Seit der Initiierung vor sieben Jahren, wurden bislang bei Vorbilder Schaffen mehr als tausend Vorbilder ausgezeichnet.

Let´s talk…

Mit „Let’s talk…“ möchten wir als M.A.H.D.I.-e.V. ein Diskussionsforum etablieren, welches plurale Meinungen und Weltanschauungen zusammenbringt und die Möglichkeit zu einem gleichberechtigten Dialog eröffnet. Durch die Diskussion werden Initiativen, Denkanstöße und konkrete Ideen in Gang gesetzt, um so Umdenkprozesse zu ermöglichen. Der Pfad zum Abbau von Abgrenzung und Integrationshemmnissen soll beschritten werden, sodass ein Miteinander in der Gesellschaft gefördert wird und gegenseitige Vorurteile abgebaut werden können.

Bisherige Diskutanten des Formats waren u.a. Politiker wie Joschka Langenbrinck, Volker Ratzmann, Heinz Buschkowsky und der Soziologe und Autor von “Islamfeindlichkeit in Deutschland” Dr. Achim Bühl.

Die letzte Diskussionsveranstaltung fand im September 2013 erfolgreich im Jugendhaus Chip in Berlin statt.

M.A.H.D.I.-e.V. trifft und Kooperationen

Ein weiteres Projekt ist „M.A.H.D.I.-e.V. trifft“. Hier laden wir eine bekannte Persönlichkeit aus den für den Verein relevanten Themenbereichen wie Integration, Bildung oder Politik ein und nehmen zu einer aktuellen Frage Stellung. Der Moderator spielt den Vermittler im Meinungs- und Informationsaustausch zwischen der geladenen Person und dem sich beteiligenden Publikum. Unter anderem stellte bereits der Journalist und Autor Patrick Bahners sein Buch „Die Panikmacher – Die deutsche Angst vor dem Islam“ vor.

Geschichte

Die Idee des M.A.H.D.I.-e.V. kam einer kleinen Gruppe Schülern und Studenten, im Jahr 2004 auf. Wir erkannten die Notwendigkeit der Gründung einer Plattform, die gesellschaftskritische Ereignisse aufgreift und aktiv gegen negativ geprägte Meinungsbilder in der Wahrnehmung von Migranten und Muslimen vorgeht. 2005 erfolgte die juristische Gründung unseres Vereins durch Eintragung in das Vereinsregister, wonach 2006 die Anerkennung durch das Finanzamt als gemeinnützige Organisation folgte. Bereits in der Gründungsphase schlossen sich weitere Jugendliche, welche sich am allgemeinen Diskurs zu Migration und Integration beteiligen wollten, dem Vorhaben an.

Beginnend mit der Podiumsdiskussion „Migranten zwischen zwei Welten“ im Gründungsjahr 2005 etablierten sich gleich danach ’’Vorbilder Schaffen“ und ’’Let’s Talk“ als feste Formate, die nun zum siebten Mal in Folge stattfanden. Auch „M.A.H.D.I.-e.V. trifft“ gilt als weitere Projektreihe unseres Vereins. Unter anderem folgten wir externen Einladungen. So nahmen wir beispielsweise wiederholt am Berliner Jugendforum, an Podiumsdiskussionen mit namhaften Politikern, Journalisten und weiteren gesellschaftlichen Akteuren teil. Durch ein breites Netzwerk führte der Verein auch Projekte in Kooperation mit Trägern und anderen Organisation durch.

Da der gemeinnützige Migrantenverein von uns Jugendlichen selbstorganisiert und somit vollständig autark ist, erfolgte die Finanzierung einzelner Projekte durch Spendengelder und Kooperationspartner wie die Bundeszentrale für politische Bildung, dem Bündnis für Demokratie und Toleranz, dem Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung und Weiterer. Wir organisieren regelmäßig Diskussionsrunden, Seminare, Workshops, Projekte und größere Veranstaltungen.

Mehr Infos

Des Weiteren sind Mitglieder unseres Vereins M.A.H.D.I. Ansprechpartner der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und Netzwerkpartner in dem Projekt „Technik braucht Vielfalt!“ an der Technischen Universität Berlin.

Einige unserer Mitglieder sind auch Teilnehmer der Jungen Islam Konferenz, ein quasi “Pendant-Dialogforum” der Deutschen Islam Konferenz für Jugendliche.

Am 13.10.2012 waren Vertreter des Vereins auf der zweiten Berlin Konferenz vom Zahnräder Netzwerk geladen, um den Verein und seine Projekte, u.a. Vorbilder Schaffen, zu präsentieren.

Die Heinrich-Böll-Stiftung listet den M.A.H.D.I.-e.V. in seinem „DOSSIER Muslimische Vielfalt in Deutschland“ unter „Vereine, Projekte und Initiativen von muslimischen Jugendlichen“ auf. Zudem publizierte das Bildungswerk der Heinrich-Böll-Stiftung als Mitveranstalter von Vorbilder Schaffen 6, die Veranstaltung in seinem Veranstaltungskalender.

2011 partizipierte einer unserer Mitglieder als Vertreter des Vereins an der “Tagung der Migrantenorganisationen” im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Ebenfalls im Jahr 2011, veranstaltete das Projekt BABA – interkulturelles Väterprojekt Neukölln in Kooperation mit dem Projekt HUDA, den ersten interreligiösen Austausch im Haus der Begegnung. Mit Vertretern christlicher und muslimischer Religionsgemeinschaften sollte ein Austausch über die Bedeutung der Verantwortung gegenüber allen Menschen der Schöpfung Gottes stattfinden und gemeinsame Aktionen zu diesem wichtigen Thema sollten geplant werden. Teil des Austausches war auch ein Vertreter unseres Vereins M.A.H.D.I., welcher zugleich die Veranstaltung eröffnete.

In der Dokumentation des Expertenworkshops der Konrad Adenauer Stiftung “Muslimische Jugendszenen in Deutschland – Zwischen Islam und Islamismus” 2010, bezieht Claudia Dantschke den M.A.H.D.I.-e.V. und einige unserer Projekte in ihren Beitrag über “Muslimische Jugendszenen: Organisationen und Strukturen” ein. Publiziert wurde dieser Beitrag auch in “ajs informationen”

Im Mai 2010, zum Wahlkreistag der SPD, nahmen wir an einer Diskussionsrunde zum Thema “Integration und Integrationsbarrieren” mit Fritz Felgentreu teil.

2009 nahmen Mitglieder unseres Vereins an einer Podiumsdiskussion mit der Journalistin Julia Gerlach im Museum Neukölln zum Thema „ICH BIN MUSLIM UND DAS IST HIP?“ teil.

In seiner Abhandlung “Lebenswelten muslimischer Jugendlicher – eine Typologie von Identitätsentwürfen”, listet Michael Kiefer den M.A.H.D.I.-e.V. in seiner Darstellung zu “Aktivistische muslimische Jugendliche” auf.

Auszeichnungen

In den Jahren 2008 und 2010 wurde der M.A.H.D.I.-e.V. im Berliner Abgeordnetenhaus für seine Projektarbeit im Rahmen des Berliner Jugendforums geehrt.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz zeichnete 2009 den M.A.H.D.I.-e.V. mit Vorbilder Schaffen 6 für eine „herausragende Integrationsleistung“ aus und wurde von Carola Bluhm, damalige Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales gelobt.

Im Dezember 2012 beteiligte sich unser Verein bei der bundesweiten Aktion „DiBaDu und Dein Verein”, initiiert durch die ING-DiBa und erreichte durch die Stimmabgabe seiner Unterstützer den dritten Platz in seiner Kategorie.