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Der Weg des Nelson Mandela

Tutku Güleryüz

Image: Nelson MandelaEs ist die erhobene Faust. Das Symbol des Mutes, der Stärke, der Entschlossenheit. Das Symbol des Widerstands. Es ist die erhobene Faust, mit der das Bild Nelson Mandelas gedanklich gezeichnet wird. Ein Mann, der für jene Werte stand, mit denen das Leben für alle Menschen gleichermaßen lebens- und liebenswerter gestaltet werden könnte.

Nicht nur Südafrika, sondern alle Länder dieser Welt haben mit dem Tod Nelson Mandelas am 05.12.2013 einen Verlust erlitten. Denn die Welt verlor mit ihm einen Freiheitskämpfer, der in unserer Moderne als Symbolfigur für Liebe und Vergebung stand, selbst im Kampf gegen die Unterdrückung und die ungleiche Behandlung von Menschen.

Sein ursprünglicher Name, Rolihlahla Madiba, wurde auf einer Missionarsschule zu Nelson Mandela umgeändert, da dieser weniger afrikanisch klang. Mandela wurde 1918 als Sohn eines Häuptlings des afrikanischen Xhosa-Stammes geboren und begann schon in jungen Jahren Verantwortung zu übernehmen. Zu dieser Zeit waren die Strukturen der Apartheid bereits gelegt und die Rassentrennung in Südafrika in Maßen vorherrschend.  Ab 1948, nicht ohne Zusammenhang mit dem zweiten Weltkrieg, erlangte schließlich die Nationale Partei in Südafrika den Sieg bei den Parlamentswahlen, wonach die nationalistische Regierung strikt wie nie zuvor die Rassendiskriminierung durchsetzte. Gesetze zur Ungleichbehandlung der nun in „Rassen“ untergliederten Bevölkerungsgruppen, bzw. Ethnien wurden verabschiedet. Hierzu wurde die Bevölkerung zunächst in Weiße und nicht-Weiße unterschieden, wobei zu den nicht-Weißen die Asiaten, Farbigen und Schwarzen gezählt wurden. Eine „Vermischung“ unter den Rassen war strengstens untersagt. Die Benachteiligung der „schwarzen“ Bevölkerungsmehrheit nahm immer stärker zu und schlug sich auf die unterschiedlichsten Ebenen des alltäglichen Lebens nieder. Angefangen bei der Eingrenzung des Lebensraums der Schwarzen, über die Einschränkung ihrer Bildungsmöglichkeiten und ihrer medizinischen Versorgung, bis hin zum wirtschaftlichen Leben, einhergehend mit Arbeitsverboten und Entlassungen von zuvor innegehabten Positionen, wurde das Leben der Schwarzen von der europäischstämmigen Kolonialmacht bestimmt.

Zu Zeiten seiner akademischen Ausbildung begann Nelson Mandela mit dem politischen Widerstand gegen die Vormachtstellung der Weißen und ihrer Apartheid-Politik. Er forderte gleiche politische, wirtschaftliche und soziale Rechte für die schwarze Mehrheitsbevölkerung Südafrikas. Sein friedlicher Widerstand wurde von Oppositionellen des Regimes unterstützt und Mandela gewann rasch an Popularität. Ab 1952 fing das strafrechtliche Vorgehen gegen Mandela an, welche zehn Jahre später in seiner Inhaftierung mündete. Gemeinsam mit sieben weiteren Anti-Apartheids-Kämpfern, wurde Mandela zu lebenslanger Haft verurteilt.

Ganze 27 Jahre später, im Jahre 1990, kam er aus seiner unmenschlichen Gefangenschaft frei und bewies noch am Tage seiner Freilassung seinen unaufhörlichen Kampfgeist für ein Ende der Ungleichbehandlung der Menschen. Vor mehr als 100.000 Zuhörern, die ihn in seiner neu gewonnenen Freiheit willkommen hießen, setzte er in einer Rede den Grundbaustein für seine künftige Versöhnungspolitik. Er selbst sagte damals aus, dass er verwirrt gewesen sei von der großen Masse, die sich seinetwegen angesammelt hatte. Nach fast 30-jähriger Abschottung von der Außenwelt ist dies eine nachvollziehbare Reaktion. Mandela leitete sodann die Abschaffung der Apartheid ein und war an der Erstellung der neuen Verfassung beteiligt, wofür er 1993 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Im Jahre darauf wurde er bei demokratischen Wahlen zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt, an denen erstmals auch die „nicht-Weiße“ Bevölkerung teilnehmen durfte. Als Präsident lebte Mandela vor, was er einst predigte und vereinte das Volk Südafrikas in gleichberechtigter Teilhabe miteinander. Dies umfasste auch die Einbeziehung der Nationalisten in sein Kabinett, womit er wahre moralische Größe bewies – denn er lehrte denjenigen Liebe, die ihm ein Drittel seiner Lebenszeit genommen hatten.

Mit seinem Mut, seiner Willenskraft und seinem Wesen inspirierte Rolihlahla Nelson Mandela Generationen und hinterließ der Nachwelt ein Erbe, das von allen Nationen in Ehren aufrecht erhalten werden sollte. Er selbst sagte: „Ich wage es nicht stehen zu bleiben, denn mein Weg ist noch nicht beendet“, so lasst uns seinen Weg und den Weg jener Freiheitskämpfer die vor ihm existierten, fortführen, auf dass aus den Gesellschaften weiterhin Vorbilder für die Menschlichkeit hervorgehen.

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