DIALOG.FÖRDERUNG.PARTIZIPATION.

Unter Generalverdacht – Wer muss wovor Angst haben?

Haben Sie sich einmal gefragt, wie es sich lebe in ständiger Angst? Ich will Ihnen berichten, wie es sich lebt mit dieser dauernden Angst!

Zunächst einmal wären da diese Blicke. Diese fürchterlichen Blicke, die sie einem auf der Straße immerzu zuwerfen.

Dann diese unangenehmen Sprüche. Die Sätze, die sie untereinander austauschen, wenn man an der Bushaltestelle neben den falschen Leuten steht oder auch nur vorbeigeht. Da wechselt man lieber schon vorab die Straßenseite oder sucht die Ferne, damit es nicht zu schlimmerem kommt.

Zu Schlimmeren, wie etwa Pöbeleien. Dieses unangenehme und provozierende Machogehabe mancher ihrer Männer, die einem fiese Kommentare zurufen. Und man weiß ja nie, wie weit der eine oder andere von ihnen geht. Ob sie einen bedrohen würden? Ob sie vielleicht sogar handgreiflich werden könnten? Da hat man ja schon Angst abends alleine rauszugehen!

Aber damit nicht genug. Die Art und Weise, wie sie uns behandeln, beginnt ja schon in frühen Jahren. Die Ausgrenzung unserer Kleinsten, unserer Kinder in den Schulen und Kindergärten, an denen sie in der Überzahl sind.

Dann, wie sie unsere Töchter und unsere Schwestern anschauen, mit einem Blick als wären sie Menschen zweiter Klasse. Meistens passe ihnen ihre Art der Bekleidung nicht, so etwas kennt man in ihrer Kultur ja schließlich nicht.

Und unsere Söhne und Brüder, na wenn sie nicht gerade ausgegrenzt werden, dann werden sie für ihre Zwecke abgeworben. Und wir merken es erst, wenn sie die Schwelle des Guten lange schon hinter sich gelassen haben.

So unterwandern sie allmählich unsere Gesellschaft und unsere Werte. Im Eigentlichen wollen sie uns doch nur ihre Lebensweise, ihre Ideologie, ihre Denkweise aufzwingen. Dabei ticken sie doch sehr viel anders als wir…

In der Tat, sie ticken! So, dass man jederzeit Angst haben muss, dass einer von ihnen hochgehen könnte:

Jeder von ihren kleinen und großen Meinungsmachern könnte uns jederzeit öffentlich bloßstellen, indem er ein BILD von uns zeichnet, das nicht im Geringsten der Wahrheit entspricht, sich aber dennoch in die Köpfe der Menschen Fest-setzt. Aber trägt die rassistische Volksverhetzung den Namen „Journalismus“, kommt niemand auf den Gedanken ihn aus seiner (Macht-)Position zu heben.

Jeder von ihren politischen Vertretern könnte plötzlich aus der Luft gegriffene Thesen aufstellen, die unsere Rasse als ganze verdammen würden. Aber schildert er „lediglich statistisch belegte Sachverhalte“ würde man ihm den Unsinn zahlreich abkaufen.

Jeder ihrer Fiktionisten und vermeintlichen Künstler könnte uns in jedem Augenblick unser höchstes Leitbild schmähen. Doch würde man die Blasphemie im Namen der ihm unbegrenzt zugesprochenen, künstlerischen Freiheit tolerieren, akzeptieren, ja sogar auszeichnen.

Jeder von ihnen könnte über Nacht unsere wertvollsten Bücher und unsere bescheidenen Versammlungsstätten in Brand setzen. Doch würde keiner die feindselige Tat als vorsätzlich verübten Anschlag gegen uns verurteilen.

Bis dann – wie Heinrich Heine einst warnte, Menschen an Stelle der Bücher verbrannt werden und – irgendeiner am helllichten Tag eine von uns inmitten ihrer öffentlichen Räume und Säle niedersticht; oder wieder andere aus dem Hinterhalt manche unserer Leute am Arbeitsplatz attackieren.

Und doch werden Sie sich wundern, dass ich keine wirkliche Angst vor all dem empfinde, was geschehen könnte – und bereits geschehen ist. Hingegen besorgt mich die Stimmung, die allmählich entstanden ist. Eine, die aus dem kollektiven WIR ein „wir-und-ihr“ gemacht hat, sodass ich mich ungewollt selbst diesem bedienen muss um mein Anliegen zu verdeutlichen.

Dabei ist das abgestumpfte Gesellschaftsempfinden der Ursprung des eigentlich Angst Einflößenden: der Gleichgültigkeit, die uns – sprich dem WIR, unseren Ängsten und den aktuellen Übergriffen auf unser Kollektiv entgegengebracht wird.

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